Lausitzer Glas

Bereits im 15. Jahrhundert wurden erste Glashütten in Sachsen, vor allem die Waldglashütten im Erzgebirge urkundlich erwähnt. Wesentlich älter sind die in diesem Gebiet entdeckten Glashüttenwüstungen und dort aufgefundene Glasscherben. Nach kurzen kulturhistorischen Höhepunkten im 18. Jahrhundert, hatten sächsische Glashütten zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur noch regionale Bedeutung. Dies änderte sich jedoch mit einem steigenden Bedarf an Glas, welcher durch die fortschreitende Industrialisierung verursacht wurde, sehr schnell.

So kam es ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer regelrechten Gründungswelle von Glashütten in Sachsen, dabei besonders in der Lausitz. Auf dem Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen waren bis 1910 in 33 verschiedenen Städten und Ortschaften mehr als 60 Glashütten errichtet worden. Der Bau neuer Eisenbahnlinien, die Einführung neuer Technologien und die Erschließung neuer Energie- und Rohstoffquellen in unmittelbarer Nähe begünstigen diese Entwicklung.

Dresden wurde durch die Gebrüder Siemens zu einem der Ausgangspunkte der industriellen Revolution in der Glasindustrie. Weißwasser entwickelte sich in nur wenigen Jahren mit 10 Glashütten (40 Glasschmelzöfen) zu einem Industriestandort, der Anfang des zwanzigsten Jahrhundert der bedeutendste Standort der Glasindustrie Deutschlands und Europas wurde.